Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten

Tag des herzkranken Kindes 2020

Patientenbeauftragte: "Kontroll- und Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen!"

Foto: © Depositphotos.com/monkeybusiness

Am heutigen "Tag des herzkranken Kindes" erinnert die  Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Claudia Schmidtke, die selbst Fachärztin für Herzchirurgie ist, daran, Kontroll- und Vorsorgeuntersuchungen trotz der Corona-Pandemie wahrzunehmen: "Gerade für junge Patienten mit angeborenem Herzfehler ist kontinuierliche medizinische Betreuung überlebenswichtig, um eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes zu verhindern. Dazu gehören Früherkennungsuntersuchungen für Kinder genauso wie regelmäßig notwendige Behandlungen und Kontrolluntersuchungen sowie empfohlene Impfungen. Eltern mit betroffenen Kindern sollten sich daher weiterhin an ihre Ärztin oder Arzt wenden. Praxen und Krankenhäuser sind gut darauf vorbereitet, Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf eine CoVid-19 Infektion getrennt von anderen Patienten zu versorgen."
Ein Herzfehler ist die häufigste angeborene Fehlbildung: Etwa jedes 100. Kind wird in Deutschland mit einem Herzfehler geboren, das sind ca. 6.000 bis 7.000 Kinder pro Jahr. Insgesamt leben heute deutschlandweit rund 300.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit der Fehlbildung. Der jährlich am 5. Mai stattfindende Tag des herzkranken Kindes wurde 1994 vom Bundesverband Herzkranke Kinder e. V. initiiert, um auf die Probleme dieser Patientengruppe aufmerksam zu machen.
 
"Je früher ein Herzfehler diagnostiziert und behandelt wird, desto besser sind die Chancen für das Kind auf eine normale Entwicklung. Seit rund drei Jahren gehört daher - neben der Ultraschalluntersuchung während der Schwangerschaft und der U1-Untersuchung direkt nach der Geburt - auch die sogenannte Pulsoxymetrie zu den Routineuntersuchungen bei Neugeborenen, die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, um schwere Herzfehler so schnell wie möglich zu finden", erläutert die Patientenbeauftragte.
 
Bei der nur wenige Sekunden dauernden und schmerzfreien Pulsoxymetrie wird mithilfe eines Lichtsensors bestimmt, wie viel Sauerstoff das Blut enthält. Zu wenig Sauerstoff im Blut kann auf einen schweren Herzfehler hinweisen. Ausführliche Informationen zu dieser Untersuchung finden Interessierte unter www.gesundheitsinformation.de.
 
Betroffene können zudem bei dem "Kompetenznetz Angeborene Herzfehler" (www.kompetenznetz-ahf.de)  qualitätsgesicherte Informationen abrufen. Im Kompetenznetz arbeiten Ärzte und Wissenschaftler aus Kliniken, Forschungseinrichtungen und Rehabilitationskliniken zusammen, die Patienten mit angeborenem Herzfehler betreuen. Hier werden unter anderem neue Diagnostik- und Behandlungsverfahren entwickelt und Studien zur Therapie und Prävention organisiert.
 
Information und Beratung für Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen  bietet darüber hinaus der Bundesverband Herzkranke Kinder e. V. (www.bvhk.de).